Wer sind die besten Bratschisten aller Zeiten? Lange schon und heute noch werden sie und ihr Können unterschätzt, dabei sind die musikalischen und technischen Anforderungen am Instrument höher als je zuvor und, dass diese Anforderungen bravourös gemeistert werden, beweisen hochkarätige Musiker und Musiker:innen auf den großen Bühnen der Welt.

Wir sprechen von den besten Bratschisten und Bratschistinnen aller Zeiten, nach denen wir Ausschau gehalten haben. Dabei haben wir nicht nur klanglich-musikalische Zauber erlebt, sondern sind vor allem zum Entschluss gekommen, dass dieser Instrumentengruppe, die meistens im Schatten der brillierenden Violinen steht, eine große Dosis Anerkennung und Aufmerksamkeit gebührt.

Sie würden gerne Bratsche lernen und haben noch kein Instrument? Lesen Sie hier: Die 4 besten Bratschen für Anfänger im Test.

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Sind Sie bereit sich von den besten Bratschist*innen der Welt verzaubern zu lassen?

Hier kommen die 10 besten Bratschisten aller Zeiten

  1. William Primrose
  2. Lionel Tertis
  3. Juri Bashmet
  4. Kim Kashkashian
  5. Nobuko Imai
  6. Tabea Zimmermann
  7. Paul Hindemith
  8. Hsin-ya Huang
  9. Lawrence Power
  10. Pinchas Zukerman
  1. William Primrose (1904-1982)

Der schottische Viola Spieler und Pädagoge William Primrose berührte die Welt mit einem innigen, ausdrucksstarken Ton, der das Herz erwärmte. Er ist Pionier der modernen Instrumentaltechnik der Viola. Sein Talent brachte ihm internationales Ansehen und Ruhm.

Bereits als Vierjähriger begann William mit dem Geigenspiel. Der Bratschist erhielt seine Ausbildungen an der renommierten Guildhall School of Music in London und in Brüssel beim berühmten Virtuosen Eugène Ysaÿe, der ihn dazu überzeugte, Bratsche zu studieren.

1930 wurde William Bratschist des London String Quartet. Er war außerdem Musiker im NBC Orchester unter der Leitung Toscaninis und gründete das Primrose String Quartet. Neben seiner aktiven Tätigkeit als Kammermusiker, konzertierte William als Solist mit den namhaftesten europäischen und nordamerikanischen Orchestern unter den besten Dirigenten der Welt. Außerdem wurde er bereits früh Lehrer am Curtis Institute of Music, später an der University University of Southern California und an der Indiana University.

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  1. Lionel Tertis (1876-1975)

Lionel Tertis war ein englischer Bratschist und Wegbereiter der Popularität der Bratsche.  Sein Spiel war geprägt von Leidenschaft und Emotion. Außerdem trug er mit seinem Engagement für zeitgenössische Kompositionen zur Erweiterung des Repertoires der Bratsche bei.

Lionel war ein Sohn jüdischer Immigration, der früh mit dem Klavierspielen begann. Mit nur 13 Jahren verließ er seine Familie, um als Pianist Geld zu verdienen. Im Laufe seines Lebens studierte der Musiker Violine an der Hochschule für Musik Leipzig und Bratsche an der Royal Academy of Music London, an der er später eine Professur erhielt.

Lionel konzertierte in ganz Europa und den USA gemeinsam mit den bedeutendsten Instrumentalsolisten seiner Zeit , darunter Arthur Rubinstein, Pablo Casals und Eugène Ysaÿe. Er gehört definitiv zu den besten Bratschisten aller Zeiten.

  1. Juri Bashmet (1953)

Der russische Bratschist und Dirigent Juri Bashmet ist eine der bedeutendsten Musikerpersönlichkeiten der Gegenwart.

Yuri begann seine musikalische Laufbahn auf der Violine. Nach ersten Wettbewerbserfolgen entschied er sich, die Bratsche zu seinem Instrument zu machen und studierte am Konservatorium in Moskau. 1976 gelang ihm der Durchbruch: er gewann den ersten Preis beim ARD-Musikwettbewerb und startete eine internationale Karriere als Solist. Mittlerweile ist er auch als Dirigent tätig.

Viele Komponisten widmeten dem Bratschisten Werke und Sonaten, beispielsweise Sofia Gubaidulina, Giya Kancheli und Alfred Schnittke.

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  1. Kim Kashkashian (1952)

Kim Kashkashian ist ein Name, der unter den besten Bratschist:innen nicht fehlen kann, denn sie gehört zu den gefragtesten Musikerinnen weltweit.

Die amerikanische Bratschistin erhielt ihre Ausbildung am Peabody Conservatory of Music in Baltimore. Sie gewann erste Wettbewerbe und begann eine internationale Karriere als Solistin, die sie auf die Bühnen der renommiertesten Festspiele und -häuser brachte. Sie ist aber nicht nur Solistin, sondern auch begeisterte Kammermusikerin und Pädagogin. Sie unterrichtete an den berühmtesten und besten Hochschulen weltweit, der University of Indiana in Bloomington, der Hochschule für Musik in Freiburg, der Hanns Eisler Berlin und am New England Conservatory of Music in den USA.

Kim hat eine Vorliebe für zeitgenössische Werke und spielt neben dem klassischen Repertoire auch Folklore, Jazz oder Weltmusik.

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  1. Nobuko Imai (1943)

Eine Ikone der asiatischen Viola-Schule ist die japanische Musikerin Nobuko Imai, die vor allem für ihre einfühlsamen Interpretationen japanischer Musik und ihre pädagogische Tätigkeit bekannt wurde.

Nobuko erhielt ihre Ausbildungen an den weltbesten Musikeinrichtungen, der Toho Musikhochschule in Tokio, der Yale University und der Juilliard School of Music in den USA. Ihr Durchbruch gelang ihr mit dem Sieg des internationalen ARD Musikwettbewerbs in München.  

Nobuko unterrichtete an zahlreichen Musikhochschulen, darunter die Hochschule für Musik Detmold, das Konservatorium von Amsterdam und Genf und das Conservatoire Supérieur et Académie de Musique Tibor Varga in Sio. Sie ist aktive Kammermusikerin und spielte mit den weltbesten Musiker:innen aller Zeiten zusammen, darunter Martha Argerich, Mischa Maisky, Midori, Gidon Kremer, Yo Yo Ma, Itzhak Perlman, András Schiff, Isaac Stern und Pinchas Zukerman.  

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  1. Tabea Zimmermann (1966)

Seit Jahrzehnten gehört Tabea Zimmermann zu den besten Bratschistinnen ihrer Zeit und darüber hinaus. Ihr Können kennt keine Grenzen: beinahe die gesamte existierende Literatur für Bratsche hat sie schon auf CD eingespielt. Außerdem hat sie als einst jüngste Professorin Deutschlands mittlerweile eine ganze Generation an Bratschist:innen ausgebildet. Hut ab!

Tabea setzt sich besonders für die Förderung der Nachwuchskünstler:innen ein und gründete eine eigene Stiftung, mit der sie grenzüberschreitende Projekte unterstützt. Sie selbst begann übrigens als Dreijährige mit dem Bratschenspiel.

Tabea Zimmermann ist Solistin, Kammermusikerin und Pädagogin und reist mit ihrem Talent um die ganze Welt.

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  1. Paul Hindemith (1895-1963)

Er ist einer der bedeutendsten Repräsentanten der Musik des 20. Jahrhunderts: der deutsche Komponist, Violinist und Bratschist Paul Hindemith, der in seiner frühen Schaffensperiode das klassische Publikum mit “neuen”  Klängen schockierte.

Sein Durchbruch als Komponist und Bratschist gelang ihm im Jahr 1921. Im Jahr 1933, auf dem Höhepunkt seiner Karriere, geriet Hindemith in Konflikt mit den Nationalsozialisten und emigrierte zuerst in die Schweiz und später in die USA. Erst 1953 kehrte er wieder zurück nach Europa.

Hindemith galt als Universalmusiker, dessen Talent Theorie und Praxis vereinte.

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  1. Hsin-ya Huang (1976)

Die taiwanesische Bratschistin Hsin-ya Huang hat sich eine Karriere als eine der führenden Bratschistinnen ihrer Generation aufgebaut. Sie konzertierte auf vielen internationalen Konzertbühnen, gab neue Werke in Auftrag, nahm sie auf und förderte viele junge Musiker und Musikerinnen.

Hsin-ya ist nach wie vor eine gefragte Solistin und Kammermusikerin. Sie trat solistisch mit den besten Orchestern der Welt auf, darunter beispielsweise das Berliner Rundfunkorchester oder die Tokyo Philharmonic. Ihr Spiel zeichnet sich durch besondere Eleganz und klangliche Tiefe aus.

  1. Lawrence Power (1977)

Außerordentliches Talent hat der US-amerikanische Bratschist und Kammermusiker Lawrence Power vorzuweisen, der laut “The Guardian” die  Fähigkeit hat, “noch die banalste Phrase in etwas magisch Beredtes und Einprägsames zu verwandeln”.

Lawrence widmet sich besonders der zeitgenössischen Musik, was zur Erweiterung des Repertoires für Viola beiträgt. Er hat zahlreiche neue Werke uraufgeführt und spielte als Solist mit den besten Orchestern der Welt. Er zählt zu den führenden Bratschisten unserer Zeit.

  1. Pinchas Zukerman (1948)

Der israelische Violinist, Bratschist, Pädagoge und Dirigent Pinchas Zukerman scheint ein Phänomen der Musikwelt zu sein. Sein Spiel verbindet Talent mit technischer Perfektion. Das Ergebnis seiner höchst künstlerischen Darbietungen sind weltweites Staunen und Bewunderung des Publikums.

Pinchas Zukerman ist eine Inspiration für die Musikwelt. Als Pädagoge gibt er sein Wissen weiter und entwickelte Studienprogramme in London, New York, China, Israel und Ottawa. Als Interpret führten ihn seine Reisen in die USA, Europa, Afrika, Asien und Australien. Zukerman ist ein Musiker, der kein Herz unberührt lässt. Überzeugen Sie sich selbst!

Das waren die 10 besten Bratschist:innen aller Zeiten. Lassen Sie sich von den Meistern  der Bratsche ins Staunen versetzen, inspirieren, berühren und verzaubern.

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